Rallye Niedersachsen - Sekundenkrimi im Harz
25.- 26. September 2009
Mit nur 3,6 Sekunden Vorsprung nach 12 Wertungsprüfungen holen sich Niels Kunze und Michael Schwendy bei der ADAC Rallye Niedersachsen ihren dritten Saisonsieg und rücken in der Gesamtwertung auf den fünften Platz vor.
Trotz bestem Wetter startete das Berlin-Brandenburger Rallyeteam unter keinen guten Vorzeichen in den letzten Vorlauf der ADAC Rallye Masters. Zwei Wochen zuvor konnte man zwar bei der ADAC Ostsee Rallye den zweiten Saisonsieg feiern, doch das Getriebe ihres Citroen Saxo Vts trug dabei irreparablen Schaden davon. „Citroen Sport konnte die erforderlichen Ersatzteile nicht rechtzeitig liefern, deshalb mussten wir auf Serienteile zurückgreifen,“ so der Zossener Co-Pilot Michael Schwendy, “deren Übersetzung jedoch viel zu lang ist. Praktisch fehlt uns jetzt der fünfte Gang.“ Zudem erwartet Pilot Niels Kunze Nachwuchs. Am Montag soll seine zweite Tochter das Licht der Welt erblicken. „Noch am Freitag stand der Start deshalb in Frage, bei Problemen wär ich natürlich zu Hause geblieben,“ erzählte der 30-jährige Berliner in freudiger Erwartung, „doch alles läuft perfekt.“Alles andere als perfekt war der Start in die Rallye Niedersachsen. Auf dem freitagabendlichen Zuschauerrundkurs Osterode handelte sich das Duo gleich 13 Sekunden Rückstand auf den Führenden in ihrer Division bis 1600ccm ein. Zahlreiche Überholmanöver langsamerer Konkurrenten erfreuten zwar die zahlreichen Fans, warfen das Team in der Wertung jedoch weit zurück. Kommentar Michael Schwendy:„Rundkurse im Rallyesport sind für Zuschauer sehr attraktiv, für die Fahrer jedoch schwierig. Die Strecken sind meist nicht breiter als ein Auto, nur an wenigen Stellen kann man gefahrlos passieren. Als hubraumschwächste Klasse starten wir oft am Ende des Feldes, obwohl die wenigsten Teilnehmer schnellere Zeiten fahren können. Wir sind leider auf sehr viel Verkehr gestoßen, das war Pech, aber der Großteil der Veranstaltung folgt ja morgen erst noch.“
Mit einer Serie von 4 Bestzeiten am Samstagmorgen konnten die amtierenden Berlin-Brandenburger Rallyemeister den Rückstand auf 6 Sekunden verkürzen. Anschließend folgte ein permanenter Schlagabtausch mit dem Norddeutschen Nils Heitmann im Kampf um den Sieg, der am Abstand nur wenig änderte. Erst auf der letzten, nur 4 km langen Wertungsprüfung konnte das Duo um gerade mal 3,6 Sekunden an dem Polo-Piloten vorbeiziehen. „Wir haben zum Schluss noch mal alles gegeben, da passte kein Blatt Papier mehr zwischen Auto und Leitplanke“, beschrieb Kunze die furiose Finalprüfung, die er mit der fünft-schnellsten Zeit des gesamten Starterfeldes beendete.
Mit diesem Sieg steigen Kunze/Schwendy in der Gesamtwertung der ADAC Rallye Masters auf den fünften Platz. Wenn die Teilnehmer Anfang November bei der Havellandrallye rund um Beelitz, Linthe und Potsdam zum letzten Saisonlauf antreten, könnte den Lokalmatadoren, deren beste Saisonplatzierung bisher ein siebter Platz war, durchaus noch der Sprung auf das Podium gelingen. Zur Verteidigung ihres Berlin-Brandenburger Meistertitels fehlt den Beiden nur noch ein Sieg.
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